E-Commerce-Logistik: Herausforderungen und Lösungen

von Carolina Engl – 9 Min. Lesedauer
zuletzt aktualisiert 19.10.2022 

Die Abwicklung der eigenen E-Commerce-Logistik birgt so manche Herausforderungen: Produkte müssen zügig verpackt und versendet werden. Und auch Retouren sollen schnell und reibungslos über die Bühne gehen. Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, gibt es verschiedene Lösungsansätze. Wir stellen euch vier Möglichkeiten vor.

Von der eigenen E-Logistik bis zum Fulfillment – in diesem Beitrag erfahrt ihr, welche Logistik-Lösung am besten zu eurem Unternehmen passt.

Frau kümmert sich um die Logistik ihres E-Commerce-Unternehmens

Was bedeutet E-Commerce-Logistik?

E-Commerce-Logistik, oder auch E-Logistik, bezeichnet alle logistischen Prozesse im Bereich des Onlinehandels. Da der Internethandel ein sehr schnelllebiges Feld ist, sind Transparenz, Flexibilität und Skalierbarkeit unerlässlich für eine professionelle Auftragsabwicklung.

Die Logistik im E-Commerce umfasst sämtliche Schritte von der Warenanlieferung ins Lager bis hin zur Auslieferung an Endkund:innen. Folgende Teilbereiche zählen dazu:

  • Erste Meile und Wareneingang: Die Produkte werden zum Lager transportiert. Die Ware wird angenommen und einer Qualitätskontrolle unterzogen. Anschließend werden die Artikel dem Warenwirtschaftssystem zugeführt.
  • Lagerung: Im Lagerhaus werden die Produkte richtlinienkonform aufbewahrt. Je nach Branche müssen dabei unterschiedliche Anforderungen erfüllt sein.
  • Kommissionierung: Ist eine Onlinebestellung eingegangen, werden die entsprechenden Artikel zusammengestellt, verpackt und frankiert.
  • Versand: Die verpackte Ware wird an den  ausgewählten Paketdienst übergeben. Dieser kümmert sich um den Transport zu den Endkund:innen. Mittels Track und Trace Sendungsverfolgung kann die Ware in der Regel jederzeit geortet werden.
  • Retouren: Rücksendungen werden angenommen, aufbereitet und neu verpackt. Auch der Warenumtausch sowie Reparaturen können im Leistungsumfang inkludiert sein.

Logistik im E-Commerce: Herausforderungen für Onlineshops

Durch den Onlinehandel hat sich das Kaufverhalten der Endverbraucher:innen grundlegend verändert: Produkte sind dauerhaft verfügbar, können zu jeder Zeit bestellt und direkt nach Hause geliefert werden. Dies führt wiederum zu einer Veränderung der Lieferketten sowie des Warenverkehrs. Das Liefervolumen im E-Commerce steigt stetig. Gleichzeitig handelt es sich um eine große Anzahl individueller Bestellaufträge, wodurch häufigere Fahrten notwendig sind.

Besonders wichtig dabei sind ein schneller Versand sowie ein reibungsloses Retourenmanagement. Wird Käufer:innen kein zuverlässiger Service geboten, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass sie sich beim nächsten Onlinekauf lieber an die breite Konkurrenz im Internet wenden.

Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, müssen die einzelnen Logistikabläufe optimal aufeinander abgestimmt sein. Onlineshops sehen sich dabei mit verschiedenen Herausforderungen konfrontiert, wie z. B.:

  • Überblick über Warenbestand und Bestellungen behalten
  • Versenden von vielen Kleinaufträgen mit wenigen Artikeln
  • Bedürfnis der Kund:innen nach einer schnellen Lieferung erfüllen
  • Effiziente Abwicklung von Rücksendungen
  • Bewältigung von saisonalen Schwankungen und Peaks
  • Schnelle Reaktion auf Kundenanfragen bzw. Hilfestellung bei Problemen

Damit das eigene E-Commerce-Business nicht zum logistischen Albtraum wird, kommen an dieser Stelle verschiedene Lösungsansätze ins Spiel. Im Folgenden sehen wir uns einige Möglichkeiten im Detail an.

Pakete auf einem Förderband

Wichtig sind ein schneller Versand und ein reibungsloses Retourenmanagement.

E-Commerce-Logistik: Lösungen und Möglichkeiten

Eine reibungslose E-Logistik trägt maßgeblich zum Erfolg eures Onlineshops bei. Denn um der Erwartungshaltung von Kund:innen gerecht zu werden, ist eine schnelle und effiziente Auftragsabwicklung nötig. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Logistik im E-Commerce erfolgreich zu managen.

Eigene E-Commerce-Logistik

Unternehmen, die ihre Logistik selbst abwickeln, kümmern sich um die gesamte Lieferkette und geben ihre Produkte zu keinem Zeitpunkt aus der Hand: Sie lagern ihre Ware selbst, verpacken und versenden sie und übernehmen auch das Retourenmanagement. 

Diese Logistik-Lösung eignet sich vor allem für kleine Onlineshops, deren Sendungsvolumen noch überschaubar ist. Steigen die Bestellungen jedoch an und der Shop wächst, sind mit der eigenen Logistikabwicklung auch ein höherer Zeitaufwand sowie zusätzliche Kosten für Personal und Lager verbunden.

Vorteile

✓ volle Kontrolle über alle Logistikabläufe

✓ höhere Gewinnspanne

Nachteile

X hoher Zeitaufwand

X zusätzliches Personal und Equipment nötig

X hohe Personal- und Lagerkosten

Zusammenarbeit mit Versandpartner

Ein erster Schritt in Richtung Outsourcing kann die Zusammenarbeit mit einem Versandpartner sein. Ein ausgewählter Paketdienst übernimmt dabei den Transport sowie die Auslieferung der Ware. Der Onlineshop kümmert sich weiterhin selbst um das Kommissionieren und Verpacken der Artikel. Durch die Auslagerung des Warenversands werden aufwendige Fahrtwege eingespart. Trotzdem bleibt der Zeit- und Kostenaufwand – bei wachsendem Bestellvolumen – weiterhin hoch.

Vorteile

✓ Versandabwicklung entfällt

✓ Einsparung von Zeit und Personal

Nachteile

X reduzierte Gewinnspanne

X Aufwand für restliche Bestellabwicklung bleibt weiterhin hoch

Outsourcing an Fulfillment-Anbieter

Euer Lager platzt aus allen Nähten und eure internen Ressourcen stoßen an ihre Grenzen? Vor allem für etablierte Webshops mit beachtlichem Auftragsvolumen bietet sich die Auslagerung der gesamten Logistik an. Zu den beliebtesten Outsourcing-Lösungen zählt das E-Fulfillment

Dabei werden sämtliche Teilbereiche der Logistik – also nicht nur der Versand, sondern auch Lagerung, Kommissionierung und Retouren – an einen Dienstleister eures Vertrauens übergeben. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von 3PL-Fulfillment, also Third-Party-Logistics-Fulfillment. 

Das bedeutet: Neben dem Versanddienstleister wird ein zusätzliches Unternehmen in eure Lieferkette integriert, welches sich um die effiziente Abwicklung der gesamten Logistik kümmert. So spart ihr wertvolle Ressourcen ein und könnt euch wieder vollständig auf euer Kerngeschäft sowie das Wachstum eures Unternehmens konzentrieren. 

Vorteile

✓ keine Investitionskosten für Lager oder Personal

✓ Einsparung von Ressourcen

✓ Fokus auf euer Kerngeschäft

✓ hohe Flexibilität und Skalierbarkeit

Nachteile

X Abhängigkeit vom Dienstleister

X teilweise Abgabe der Kontrolle

Für Onlinehändler:innen, die ihre Lieferkette nicht nur auslagern, sondern zusätzlich optimieren möchten, ist 4PL-Fulfillment eine mögliche Wahl. Im Gegensatz zu 3PL gehen 4PL-Dienstleister einen Schritt weiter: Sie übernehmen die Kontrolle über die gesamte Lieferkette, koordinieren andere Marktteilnehmer (wie z. B. 3PLs, Lagerhäuser, Paketdienste) und sind in der Planung und Entwicklung der Logistikstrategie involviert.

Allerdings stellen sie ausschließlich eine beratende Partei dar – sie fungieren lediglich als Schnittstelle und können Prozesse nur administrativ beeinflussen. Da sie über keine materiellen Logistik-Ressourcen verfügen, sind ihnen in manchen Angelegenheiten die Hände gebunden.

Team plant eine E-Commerce-Logistik-Strategie

4PL-Dienstleister koordinieren die Lieferkette und sind in die Planung der Logistikstrategie involviert.

Alaiko bietet eine innovative Lösung zwischen 3PL und 4PL. Das bedeutet, Alaiko managt nicht nur das Logistiknetzwerk, sondern kümmert sich auch um die gesamte Auftragsabwicklung und bietet  zusätzliche Serviceleistungen wie z. B. Warehouse-Tracking in Echtzeit, eine proaktive Kommunikation mit Käufer:innen oder Customized Packaging an . So behaltet ihr stets den Überblick und habt die volle Kontrolle über alle Logistikabläufe.

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E-Logistik mit Dropshipping

Eine weitere Möglichkeit zur Auslagerung der Logistik stellt das Dropshipping dar. Auch hier gebt ihr eure gesamten Logistikprozesse an ein externes Partnerunternehmen ab. Der große Unterschied zum Fulfillment liegt darin, dass die Ware nicht euch, sondern eurem Partnerunternehmen gehört. Die Artikel werden von eurem Dropshipping-Anbieter gelagert und direkt versendet. Erst nach dem Kauf wird euch der Preis für die Ware verrechnet.

Fulfillment und Dropshipping unterscheiden sich aber noch in einem weiteren Punkt: Während ein Dropshipping-Partner die Logistik nach seinen eigenen Regeln abwickelt, erhaltet ihr beim Fulfillment ein individuelles Leistungspaket, das an eure Anforderungen angepasst ist.

Vorteile

✓ niedrige Investitionskosten (kein Ankauf von Produkten, keine Lagergebühren)

✓ Einsparung von Zeit und Personal

Nachteile

X Abhängigkeit vom Dienstleister

X keine Kontrolle über Lieferprozesse

X keinen Einfluss auf das Kauferlebnis von Kund:innen

X kleinere Gewinnmargen

Richtigen Dienstleister für E-Commerce-Logistik finden

Ihr habt genug davon, euch mit aufwendigen Verpackungs- und Versandprozessen herumzuschlagen und möchtet eure Logistik auslagern? Glückwunsch. Denn dadurch spart ihr wertvolle Ressourcen ein und bringt euer Unternehmen einen großen Schritt weiter.

Die Wahl eures Fulfillment-Partners sollte jedoch gut überlegt sein. Denn Vertrauen und Zuverlässigkeit spielen hier eine zentrale Rolle. Um den richtigen Dienstleister zu finden, empfiehlt es sich, ein paar wichtige Punkte zu beachten, wie z. B.:

  • Erfahrung im B2C- bzw. B2B-Bereich: Bringt euer gewählter Anbieter bereits Erfahrung in der E-Commerce-Logistik mit?
  • Serviceangebot: Welche Leistungen werden angeboten? Welcher Zusatzservice ist inkludiert? Gibt es Value Added Services?
  • Schnittstelle: Wird eine passende Webshop-Integration geboten?
  • Versandprozesse: Können individuelle Lieferanforderungen bzgl. Verpackung, Größe oder Gewicht erfüllt werden? Welche Paketdienste werden angeboten? Gibt es Multi-Carrier-Versand?
  • Transparenz und Kontrolle: Ist eine Warensynchronisation in Echtzeit möglich? Kann bei Bedarf auch manuell in Bestellvorgänge eingegriffen werden? Ist der Lieferstatus eurer Ware jederzeit nachverfolgbar?

E-Commerce-Logistik erfolgreich abwickeln

Der boomende Onlinehandel stellt E-Commerce-Brands vor tägliche Herausforderungen. Um den Ansprüchen von Endkund:innen gerecht zu werden, ist eine effiziente E-Commerce-Logistik nötig. Je nach Unternehmensgröße eignen sich dafür verschiedenen Lösungsansätze wie z. B. die Zusammenarbeit mit einem Versandpartner, Dropshipping oder Fulfillment. Letzteres bietet den Vorteil, dass das Leistungspaket individuell an eure Anforderungen angepasst werden kann.

FAQ

Was versteht man unter E-Commerce?

Der Begriff E-Commerce steht für Electronic Commerce und bezeichnet den Kauf bzw. Verkauf von Waren über das Internet. Dabei kann es sich sowohl um B2B- als auch B2C-Unternehmen handeln, die ihre Produkte im Internet anbieten.

Welche Herausforderungen bringt E-Commerce mit sich?

Der Handel im Internet führt zu einer Veränderung der Lieferketten und des Warenverkehrs. Kund:innen erwarten einen schnellen Versand sowie ein reibungsloses Retourenmanagement.

Was ist E-Commerce-Logistik?

E-Commerce-Logistik bezeichnet alle logistischen Prozesse im Bereich des Onlinehandels. Dazu zählen Wareneingang, Lagerung, Kommissionierung, Versand und Retouren.

Welche Logistik-Lösungen im E-Commerce gibt es?

Onlineshops haben unterschiedliche Möglichkeiten, um ihre Logistik effizient abzuwickeln. Dazu zählen u. a. die Zusammenarbeit mit Versandpartnern, Outsourcing an Fulfillment-Dienstleister oder Dropshipping.

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Carolina Engl
Content Marketing Manager

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