Digitale Synergie: Warum Fulfillment und E-Commerce einander so gut ergänzen

von Carolina Engl – 5 Min Lesedauer
zuletzt aktualisiert 7.6.2021 

Hand aufs Herz: Der Moment, in dem wir entdecken, dass unsere Bestellung schon übermorgen bei uns sein könnte, versüßt das Onlineshopping ungemein. Auch wenn wir auf manches problemlos ein paar Tage warten könnten, entscheidet die Geschwindigkeit der Auftragsabwicklung oft darüber, wo wir einkaufen. Für dich als Onlinehändler*in ist schneller Versand daher eines der besten Mittel, um Interessent*innen zu begeisterten Kund*innen zu machen.

Übernimmst du Verpackung und Versand selbst, wächst mit dem Umsatz allerdings auch die organisatorische Herausforderung für dich und dein Team. Willst du eure Workflows wirklich jeden Tag unterbrechen, um sicherzustellen, dass alle eingehenden Bestellungen innerhalb von 24 Stunden unterwegs zu deinen Kund*innen sind? Ganz sicher nicht.

Genau hier kommt Fulfillment  ins Spiel. Indem du die Auftragsabwicklung auslagerst, sicherst du dir Service-Vorteile wie Same-Day-Fulfillment, ohne dafür die Flexibilität in der Gestaltung deiner Arbeitsabläufe zu opfern. Eine Strategie, die im E-Commerce besonders gut aufgeht, denn die digitale Zusammenarbeit mit Logistik-Experten spart nicht nur Kosten für Lager und Versand, sondern auch viel Zeit.

In diesem Artikel erfährst du, wie Fulfillment im Onlinehandel funktioniert und welche besonderen Vorteile digitale Zusammenarbeit für E-Commerce und Logistik bedeutet.

 

Der Plattform-Gedanke: Warum Fulfillment für den E- Commerce eine besonders starke Unterstützung bedeutet

Der Grund dafür, dass E-Commerce und Fulfillment seit vielen Jahren Hand in Hand gehen, ist denkbar einfach: Im Gegensatz zum stationären Handel lässt sich ein Onlineshop auch auf kleinstem Raum und mit minimalem Personalaufwand betreiben – vorausgesetzt, die Logistik stimmt. Wer sich im Onlinehandel langfristig etablieren will, braucht daher effiziente Arbeitsabläufe in Kommissionierung, Verpackung und Versand sowie geschultes Personal und ausreichend Lagerfläche, um die Lieferfristen möglich kurzzuhalten. Ein Fundament, das jede*r Onlinehändler*in braucht aber nicht unbedingt selbst aufbauen muss.

Fulfillment bietet im Grunde eine Logistik-Plattform, auf die ein Unternehmen nur aufspringen muss. Von der Lagerfläche bis zum geschulten, nach Bedarf abrufbaren Personal können Onlineshops so die Ressourcen und Erfahrungswerte des Partnerunternehmens nutzen, anstatt sich dieselben Strukturen für den Versandhandel erst mühsam aufbauen zu müssen. Über die Fulfillment-Plattform erhalten die Unternehmen außerdem Zugriff auf Dienstleistungen und Versandkonditionen, die unwirtschaftlich wären, wenn jede*r sie für sich organisieren müsste.

Versendest du beispielsweise fünf Bestellungen am Tag, ist es weder notwendig noch praktisch, allzu viel Versandmaterial auf einmal zu kaufen. Selbst wenn du durch Staffelpreise etwas Geld einsparst, steht dir dein Vorrat an Kartons und Klebeband ständig im Weg und belegt obendrein wertvolle Lagerfläche. Das kostet dich nicht nur Geld, sondern auch Zeit und Nerven. Lagerst du deine Auftragsabwicklung hingegen aus, geht das Fulfillment-Center Verpackung und Versand im größeren Stil an, denn aus fünf Sendungen am Tag werden bereits in einem mittelgroßen Lager schnell fünftausend.

Um dich nicht inmitten deines Verpackungsmaterials zu verlieren, kannst du dich für Fulfillment entscheiden.

Indem er den Versand vieler kleiner Onlineshops bündelt, kann ein professioneller Fulfillment-Anbieter daher nicht nur das Versandmaterial günstiger einkaufen und problemlos einlagern. Auch viele Versanddienstleister bieten Staffelpreise an – allerdings erst ab einer Mindestanzahl pro Einlieferung, die ein einzelner Onlineshop mit mehreren Versandterminen pro Woche zumeist nicht erreicht.

So funktioniert die digitale Zusammenarbeit zwischen Onlineshop und Fulfillment

Um sicherzustellen, dass deine Kund*innen nur Artikel bestellen können, die dein Fulfillment-Partner auch wirklich auf Vorrat hat, muss dein Onlineshop mit der Lagerverwaltung verknüpft werden. Von Magento, über Amazon und Ebay bis Shopify bieten alle gängigen Shopsysteme dafür eine passende technische Schnittstelle für das Fulfillment. Diese an das Lagermanagement anzubinden, dauert gewöhnlich so lange wie das Installieren eines Add-ons: Du richtest ein Konto bei einem Fulfillment-Anbieter ein, erteilst im Backend deines Shops die Freigabe dafür – und schon kann es losgehen.

Angst um deine Daten musst du dabei nicht haben: Erstens verpflichtet sich jeder seriöse Fulfillment-Anbieter in eurem Vertrag dazu, die aktuellen Datenschutzvorschriften in deinem Land einzuhalten, und zweitens öffnet die digitale Schnittstelle zum Lagermanagement auch nicht einfach die Tür in alle Bereiche deines Onlineshops. Um die Auftragsabwicklung für dich zu übernehmen, braucht das Fulfillment-Center schließlich nur die Bestellungen und die folgenden Produktinformationen, damit es beim Pick und Pack mit rechten Dingen zugeht:

  • Artikelpreise, falls du ab einem bestimmten Bestellwert versicherten Versand bevorzugst
  • Produktfotos, damit deine Artikel im Lager zweifelsfrei erkannt werden können
  • Gewicht und Größe, weil sie die nötigen Verpackungsmittel und das Porto bestimmen
  • Verpackungsarten, falls du neben Standardversand auch Geschenkverpackung anbietest

Ob dein Fulfillment-Anbieter darüber hinaus Zugriff auf bestimmte Daten und Funktionen deines Onlineshops bekommt, ist Teil deines individuellen Fulfillment-Pakets . So ist es beispielsweise für dich und dein Team sehr praktisch, wenn die Fulfillment-Mitarbeiter*innen direkt die Bestellverwaltung aktualisieren und vielleicht sogar die E-Mail-Adressen deiner Kund*innen nutzen dürfen, um Trackingnummern für die Sendungsverfolgung zu verschicken – zwingend erforderlich sind diese zusätzlichen Leistungen aber nicht.

 

Schnell, flexibel und immer aktuell: digitale Synergie

Die Synergie der digitalen Prozesse und Strukturen, die Fulfillment im E-Commerce auszeichnet, macht sich vor allem in Form von Zeitersparnis bemerkbar. Das beginnt schon beim Onboarding. Anstatt mühsam deine Produktdaten ans Fulfillment-Center zu übermitteln und dann im Gegenzug den Lagerbestand mit dem Angebot in deinem Onlineshop abgleichen zu müssen, nutzt du mit wenigen Klicks eine standardisierte Schnittstelle in deinem Shopsystem. Deine Auftragsabwicklung auszulagern, dauert also genauso lange, wie du brauchst, um gemeinsam mit den Fulfillment-Expert*innen deines Vertrauens zu prüfen, ob eure Datenbanken korrekt miteinander verbunden sind.

Deine Auftragsabwicklung kannst du ganz einfach auslagern – und so den Überblick behalten.

Diese Verbindung kannst du nutzen, um ganz unterschiedliche Arbeitsschritte auszulagern, die den Service für deine Kund*innen verbessern, dich aber im Arbeitsalltag allzu sehr vom Wesentlichen ablenken würden. Wie bereits erwähnt, kann dein Fulfillment-Partner Bestellungen als versandt markieren und sogar Tracking-Nummern für dich versenden. So kannst du Fragen zum Status einer Bestellung jederzeit problemlos beantworten und bei Bedarf sogar herausfinden, in welchem Sortierzentrum eine verschollene Sendung zuletzt gesehen wurde.

Dieser Echtzeit-Überblick über all deine Daten hilft dir übrigens auch dabei, effektive Prozessoptimierung zu betreiben: Welche Produkte verkaufen sich so gut, dass du eine größere Menge ins Lager legen solltest, um Engpässe zu vermeiden? Und wie hat eigentlich die letzte Marketingaktion den Umsatz verändert – lohnt es sich, einen solchen Sale in naher Zukunft zu wiederholen?

 Wenn du jederzeit weißt, wie groß Bestand und Nachfrage sind, kannst du die Produktion und Bestellungen im Großhandel flexibel daran anpassen. So minimierst du deine Lagerkosten und hast trotzdem immer ausreichend Ware vorrätig, um alle Bestellungen innerhalb kürzester Zeit zu versenden.

 

Titelbild von Nataliya Vaitkevich. Weitere Bilder von Karolina Grabowska und Peter Olexa.

Carolina Engl
Content Marketing Manager

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