Cross-Border E-Commerce in der Schweiz –

Wie Online-Händler schaffen können, woran selbst

Amazon bisher scheitert

von Katharina Knoop  – 8 Min Lesedauer
zuletzt aktualisiert 08.10.2021

Jeder kennt es: Es ist Samstagnachmittag, draußen regnet es und eigentlich spricht nichts dagegen, den ganzen Tag mit der Lieblingsserie auf der Couch zu verbringen und das wohl verdiente Wochenende zu genießen.

Eigentlich. Denn da wäre noch die Einkaufsliste mit den Must-Haves für den anstehenden Urlaub und das Geburtstagsgeschenk für die Nichte, für das seit Tagen die zündende Idee fehlt. Die scheinbar einfache Lösung? Klar – In Online-Stores stöbern, sich inspirieren lassen, die To- Dos so Stück für Stück bequem von zu Hause aus abhaken und währenddessen bei einer heißen Tasse Tee dem Regen lauschen.

Einziger Haken an der Sache – Die Couch, von der Online geshoppt werden soll, steht in einer Wohnung in der Schweiz. Wieso Haken fragst du dich jetzt vielleicht? Schließlich bietet die Schweiz mit 8,5 Millionen Einwohnern einen riesiges Potenzial möglicher Neukund:innen.

In diesem Blogbeitrag liest du, welche Schwierigkeiten für deutsche Online-Händler:innen beim Vertrieb ihrer Produkte in die Schweiz bestehen und welche Möglichkeiten es gibt, um das große Potenzial, das die Schweiz ihnen bietet, dennoch effizient und effektiv nutzen zu können.

Die Schwierigkeiten des E-Commerce in der Schweiz

Laut Deutschlands größtem Marktforschungsinstitut GfK ist die durchschnittliche Kaufkraft der Schweizer:innen mit 40.739 Euro pro Person dreimal so hoch wie der europäische Durchschnitt und liegt damit auf Platz zwei des Rankings europäischer Märkte. Verlockend ist zudem der geringe Schweizer Mehrwertsteuersatz von nur 7,7 Prozent. Gegenüber Verkäufen innerhalb Deutschlands erhöht sich für Händler:innen der Ertrag damit um über 11 Prozent.

Klingt zu schön um wahr zu sein? Stimmt. Online-Shopping in der Schweiz ist nämlich bei Weitem nicht so einfach möglich, wie hierzulande. Denn die Schweiz ist nicht Teil der EU und damit kein Mitglied der Zollunion. Sie spielt nach ihren ganz eigenen Regeln – und die sind teilweise nicht leicht zu durchschauen.

Der Schweizer Zoll

Als einziger in der Welthandelsorganisation nutzt der Schweizer Zoll zur Berechnung der Zollgebühr das Artikelgewicht und nicht dessen Wert, wie andere Handelsnationen es tun. Für jedes Paket muss also zunächst das Bruttogewicht bestimmt werden, um die Artikel verzollen zu können.

 

 

Dabei existieren natürlich auch in der Schweiz Zollgrenzen für bestimmte Warenmengen und Bestellwerte. So werden Zollabgaben erst ab fünf Franken fällig; darunter werden die Gebühren erlassen. Die genaue Höhe des Zollbetrages richtet sich dann wie bereits erwähnt nach dem Sendungsgewicht.

Um zeitliche und personelle Ressourcen zu sparen, bleibt Unternehmen in der Regel nichts anderes übrig, als ihren gesamten Tagesimport als eine einzige Lieferung beim Zoll anzumelden. Das bedeutet in der Folge, dass das Gesamtgewicht ihrer Lieferungen regelmäßig über den vorgegebenen Gewichtsfreigrenzen liegt, sodass eine Zollgebühr anfällt.

Die zu zahlenden Gebühren verschlingen so dann einen großen Teil der Händlermargen, sodass der zeitliche Aufwand kaum noch in lukrativer Relation ihrer Gewinne steht.

Steuerliche Abgaben in der Schweiz

 

Zudem ist jedes Unternehmen, das einen weltweiten Umsatz von mehr als 100.000 Euro erzielt und Geschäfte in der Schweiz tätigt, verpflichtet, dort Steuern zu zahlen. Nicht nur muss es dafür bei allen relevanten Ämtern in der Schweiz gemeldet sein und vierteljährlich eine Steuererklärung abgeben – vor allem braucht es auch eine direkte Fiskalvertretung durch ein Schweizer Unternehmen.

Diese übernimmt dann notwendige Aufgaben wie die behördliche Anmeldung und Registrierung, die Steuerverwaltung, die Abrechnung des Jahresumsatzes, die Vorort- Korrespondenz für Schweizer Kund:innen und Behörden als auch die Mehrwertsteuerabrechnung. Eine ganze Reihe steuerrechtlicher Regularien also, die es zu beachten gilt und derer Erfüllung es einer weitreichenden Expertise bedarf – dass das auf deutsche Unternehmen abschreckend wirkt, überrascht nicht. 

Unerwünschte Nachzahlungen an der Haustüre

Doch nicht nur Händler:innen sind von der Beachtung dieser Feinheiten betroffen. Auch die Schweizer Endverbraucher:innen, welche die Pakete schlussendlich erhalten sollen, leiden indirekt unter den einzuhaltenden Vorgaben und zu erfüllenden Regularien – denn sie bekommen spätestens bei der Lieferung ihrer gewünschten Produkte zu spüren, wenn im Vorfeld nicht auf jede Einzelheit geachtet wurde:

Alle Schweizer:innen, die gerne online bestellen, können wohl leider ein Lied singen von unerwarteten Nachzahlungen, die an der Haustür geleistet werden müssen.

Dass die Freude über den Erhalt eines Paketes enorm getrübt wird, wenn die Lieferung desselben mit unerfreulichen Erfahrungen dieser Art verknüpft ist, ist völlig verständlich und nachvollziehbar.

Nicht verwunderlich also, wenn Kund:innen nach solchen Erfahrungen keine Folgekäufe bei jenem Shop tätigen und zur Konkurrenz wechseln. Für Online-Händler:innen ist diese Konsequenz natürlich der Worst-Case.

Regionale Besonderheiten

Zwar sprechen unsere Nachbar:innen zumindest in Teilen der Schweiz dieselbe Sprache wie wir, schnell übersehen deutsche Online-Händler:innen jedoch wichtige regionale Begrifflichkeiten oder gar die korrekte Währungsdarstellung.

Auch werden in der Schweiz andere Zahlungsanbieter präferiert als diejenigen hierzulande und es gilt, spezielle Zahlungsinformationen zu berücksichtigen. Wird auf solche Feinheiten nicht geachtet, leidet schnell die Seriosität des Online-Shops und wichtige Kund:innen gehen auf Grund dessen womöglich verloren.

Der Regularien-Dschungel schreckt Händler:innen ab

Kein Wunder also, dass Online-Händler:innen den hohen Aufwand, die Kosten aber auch den Verlust ihrer Kund:innen scheuen. Laut einer von Statista durchgeführten Umfrage sind Extrakosten wie Versand, Steuern und Gebühren bei Weitem die gravierendsten Gründe für den Abbruch eines Online-Kaufs während der Kaufabwicklung.

Das zusammen mit der Vielzahl an Regularien und den vielen kleinen Details, die beachtet werden müssen, bedeutet für viele Händler:innen ein zu großes Risiko, vor dem sie zurückschrecken.

Selbst der Online-Riese Amazon scheut sich vor den vielen Besonderheiten des Handels mit der Schweiz. Ein besonderer Zoll, ein Land mit eigener Währung, ein besonderes Steuerrecht mit notweniger Fiskalvertretung, längere Versandzeiten und mit den vorhandenen Ressourcen keine Möglichkeit der so gern beworbenen Prime-Zustellung am nächsten Werktag oder einer unkomplizierten Retouren-Abwicklung – Gründe genug für Amazon, so gut wie gar nicht in die Schweiz zu verkaufen und zu liefern. Zum Leidwesen vieler Schweizer Verbraucher:innen. 

Guten Händler:innen klingeln an dieser Stelle natürlich die Ohren – denn damit zieht sich einer der größten Konkurrenten freiwillig aus der Schweiz zurück und der kaufkräftige Schweizer Markt steht quasi mit geöffneten Türen bereit.

Doch wie schaffen es E-Commerce-Unternehmen nun, diesen Markt zu erobern und ihre Geschäfte effizient in die Schweiz auszuweiten?

 

Es gibt Licht am Ende des Logistik-Tunnels

Zur Freude von Betreiber:innen deutscher Online-Shops aber auch und vor allem von Endverbraucher:innen gibt es Experten wie das Unternehmen exporto. Das Start-Up mit derzeitigen Standorten in Konstanz und Kreuzlingen hat sich auf den Handel mit Schweizer:innen spezialisiert und übernimmt für deutsche Onlineshops die Abwicklung aller erforderlichen Formalitäten. Dabei wenden sie ihr Know-How an und schaffen es, die Geschäfte profitabel zu gestalten. Doch wie genau machen sie das?

Optimierte Versandwege und unkomplizierte Retourenabwicklung

Dazu bindet exporto sich digital an die Onlineshops seiner Partner an und verarbeitet alle relevanten Daten volldigital und vollautomatisiert. Das Unternehmen gliedert sich in die Supply Chain seiner Partner ein und handelt die Pakete ab Konstanz mit eigenem Personal und eigenen Transportern – so können die Pakete noch am selben Tag in der Schweiz aufgegeben werden. Damit schaffen es die Logistik-Profis, ihren Kund:innen Versandkosten als auch Versandzeit zu ersparen.

Neben dem deutschen Lager in Konstanz nutzt exporto außerdem ein weiteres Lager in der Schweiz, um Retouren ebenso schnell und einfach zu verarbeiten und wieder nach Deutschland zu transportieren. So erfahren Endkund:innen auch beim Rückversand ihrer Produkte keinerlei Einschränkungen im Vergleich zu inländischen Bestellungen.

Gebührensparende Zollabwicklung und Automatisierung von Steuerprozessen

Im Unterschied zu der Margen-verschlingenden Sammelverzollung schafft es exporto durch optimal aufeinander abgestimmte Prozesse, jedes Paket einzeln zu wiegen und sodann voll automatisiert beim Zoll anzumelden. So bleiben die Lieferungen meist unterhalb der Zollgrenze und damit zollfrei.

Auch die notwendige Fiskalvertretung übernimmt exporto für seine Kunden. Als Firma mit eingetragenem Sitz in Kreuzlingen ist das Unternehmen nämlich dazu berechtigt, für seine Kund:innen gesetzlich vor den Schweizer Behörden zu agieren und sich um alle steuerrechtlichen Besonderheiten zuverlässig zu kümmern.

 

‘Win-Win’ im Cross-Border E-Commerce

Durch Kooperation mit Unternehmen wie exporto können die Besonderheiten des Handels mit der Schweiz also zum Vorteil der Händler:innen als auch der Endkund:innen ausgelegt werden.

Wo Unternehmen im Alleingang aufgrund personeller und zeitlicher Ressourcenknappheit scheitern würden, kann ein kompetenter Partner an ihrer Seite dabei helfen, lukrativ zu bleiben, indem er mit seiner Expertise und Professionalität diejenigen Aufgaben übernimmt, die andernfalls die Händlermargen auffressen würden.

Und das Beste – in Zukunft muss niemand der Beteiligten sich mehr sorgen, ob die Couch, von der online geshoppt wird, in einer Wohnung in Deutschland oder der Schweiz steht – denn völlig unabhängig davon kann ganz sorgenfrei an einem Samstagnachmittag bei einer heißen Tasse Tee dem Regen gelauscht und auf ‚jetzt kaufen‘ geklickt werden.

Titelbild von Ronnie Schmutz. Weitere Bilder von Novikov Aleksey und Shutterstock.  
Katharina Knoop
Content Marketing bei exporto

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